Das Leimen von Holz
Das Leimen von Holz

Viele Großväter kennen die Frage: „Opa, kannst du mal kleben?“
Auch beim Werken mit Holz wird diese Frage häufig gestellt, wenngleich wir hier vom Leimen sprechen.
Dabei ist nicht irgendein Leim die richtige Wahl, sondern der Erfolg Eures Bauprojekts hängt von der Qualität und dem Aufbringen des Leims ebenso ab wie von der Kenntnis über die Grenzen dieser Verbindetechnik.

Leim für drinnen und draußen

Der richtige Leim sorgt dafür, dass zwei Holzteile perfekt miteinander verbunden werden, denn im Gegensatz zum Schrauben oder Nageln lassen sich diese Teile nicht mehr trennen.
Wichtig ist dafür allerdings der richtige Leim: Ein Weißleim auf Wasserbasis ist die richtige Wahl.

Verschiedene Arten von Holzleim sind im Handel erhältlich:

  • Normal trocknender Leim
  • Expressleim
  • Wasserfester Leim

Je nach Grad der späteren Belastung können zwei Holzteile auch mit Alleskleber oder Sekundenkleber miteinander verbunden werden.
Dennoch: Holzleim ist in jedem Fall die beste Wahl, wenn zwei größere Werkstücke aus Holz miteinander verbunden werden sollen.

Dadurch, dass dieser Leim meist in einer Flasche mit Tülle daherkommt, lässt er sich sehr präzise auftragen, sodass auch kleinere Teile wie Schiffsmasten oder Füßchen von Figuren gut einzukleben sind.

Dieses Zubehör braucht Ihr zum Leimen

Holzleim wird sehr fest, muss aber auch die angemessene Zeit zum Trocknen bekommen. Am besten, die beiden Holzteile können über eine Nacht ruhen und dann vielleicht sogar in der Schraubzwinge eingespannt bleiben, ehe diese „Klebeunterstützung“ entfernt wird.

Als Faustregel gilt:
Alle Teile, die mit Holzleim zusammengepresst werden, sollten bis zum vollständigen Erstarren miteinander fixiert bleiben. Bei kleinen Teilen ist Kreppband ausreichend und übt einen angemessenen Druck aus.
Ansonsten sind auch Leim- und Schraubzwingen zum Fixieren hilfreich. Bei kleinen Teilen reicht auch eine Wäscheklammer.
Um Druckstellen auf dem Werkstück zu vermeiden, solltet Ihr an der Fixierstelle Pappe oder Kork unterlegen, auch ein dünnes Holzstück ist eine gute Wahl.

Leim auftragen
© grossvater.de – Leim auftragen
Der Untergund muss fett- und staubfrei sein. Vorher mit einem Lappen abwischen.
Der Leim sollte nicht zu dick aufgetragen werden.  Auf diesem Brotzeitbrettl ist schon viel zu viel  Leim auf der zu verleimenden Fläche aufgetragen. Verteilen des Leims mit einem kleinen Werkstück oder mit den Fingern.

Holzteile mit Leim verbinden
© grossvater.de – Holzteile mit Leim verbinden
Hier habe ich bewußt zu viel Leim aufgetragen, um zu zeigen, wie der Leim beim Aufeinanderdrücken der Holzteile herausquillt.

Herausquellenden Leim abwischen
© grossvater.de – Herausquellenden Leim abwischen
Hier gilt es nun schnell mit einem feuchten Tuch oder bei engen Stellen mit einem feuchten Wattestäbchen den überschüssigen Leim abzuwischen.

Werkstücke mit Schraubzwinge fixierenWerkstücke mit Schraubzwinge fixieren
© grossvater.de – Werkstücke mit Schraubzwinge fixieren
Während des Austrocknen des Leims die beiden verleimten Holzteile mit einer Schraubzwinge, Leimzwinge oder Wäscheklammer zusammen pressen.
Das Geschenk für den Enkel in Bayern ist nun fertig verleimt.

Richtig leimen: (K)eine Kunst

Die folgende Anleitung hilft Euch beim Werken dabei, zwei Werkstücke wirklich fest miteinander zu verbinden:

  1. Untergrund vorbereiten: Dieser muss staub- und fettfrei sein.
  2. Klebefläche anzeichnen: Hierbei die Umrisse des einen Werkstücks auf das andere übertragen.
  3. Leim auftragen: Einseitig dünn auftragen, am besten in Schlangenlinien vorgehen.
  4. Leim verwischen: Mit einem Holzstück oder einer Karte leicht verwischen.
  5. Werkstücke pressen: Schraubzwinge anlegen und beide Werkstücke fest zusammenpressen.
  6. Überschüssigen Leim abwischen: Tritt dieser nicht aus der Klebefuge aus, ist zu wenig Leim vorhanden oder die Werkstücke sind nicht passgenau. In letzterem Fall muss der Leim wieder abgeschabt und das Werkstück neu bearbeitet und verklebt werden.
  7. Trocknen lassen: Werkstück am besten über Nacht in die Schraubzwinge eingespannt lassen.
  8. Fertig!

Tolle Tipps zum Leimen

Es ist Leim auf das Werkstück gelangt?
Kein Problem, dieser lässt sich mit einem feuchten, weichen Lappen vom Holz abwischen. Der Leim darf nur noch nicht zu trocken sein!
Ist er leicht glasig, lässt er sich mit einem glatten Schaber sauber abkratzen. Es sollten keine Leimreste zurückbleiben, denn an diesen Stellen ist später kein gleichmäßiger Farbauftrag mehr möglich. Ist der Leim einmal angetrocknet, lässt er sich kaum noch entfernen.

Werden Holzteile später deckend bemalt, kann auch Epoxidharzkleber zum Verbinden verwendet werden. Sollen bemalte Flächen miteinander verbunden werden, ist es ratsam, diese zuerst mit Sandpapier anzurauen, andernfalls hält der Kleber nicht oder nur unzureichend.

Hilfe, der Leim hält nicht!

Alles wurde in der richtigen Reihenfolge gemacht und am Ende hält der Leim doch nicht? Das kann passieren, wenn die frisch geleimten Teile nicht lange genug trocknen konnten. Werden sie zu früh bewegt, verschieben sie sich wieder. Das gilt übrigens auch dann, wenn zu wenig Leim verwendet wurde. Daher lieber etwas mehr nehmen und den überschüssigen Leim, der aus den Klebefugen tritt, mit einem feuchten Tuch abwischen!

Eine andere mögliche Ursache für das Ärgernis, dass der Leim partout nicht halten mag, kann in der Art des Holzes liegen. Ist es sehr trocken oder weist es Hirnholzstellen auf, saugt das Holz das Wasser aus dem Leim heraus. Hier hilft nur, den Klebevorgang zu wiederholen oder Holzdübel einzusetzen, um die beiden Werkstücke zu verbinden.

Die Klebeflächen sind zu klein und deshalb hält der Leim nicht?
Einfache Lösung:
Die Klebeflächen müssen vergrößert werden. Kleine Teile werden nicht mehr auf-, sondern eingeklebt, was durch das Bohren eines kleinen Lochs möglich ist. So halten senkrecht aufgebrachte Stäbchen viel besser!

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