Taschengeld für Enkel

Taschengeld für Dein Enkelkind?
Ja oder Nein? Wieviel in welchem Alter?

Sollen Großeltern den Enkelkindern Taschengeld geben?

Das Thema Taschengeld bewegt die Gemüter von Enkeln, Eltern und Großeltern. Während sich die Enkelkinder über jeden Euro, den Opa ihnen zusteckt, freuen, sehen Eltern das oft kritisch: Warum wird das Kind derart mit Geld verwöhnt? Es lernt doch gar nicht, damit umzugehen, wenn es nie sparen muss! Dies ist sicherlich zu kurz gedacht und so muss das Thema von mehreren Seiten betrachtet werden.

Zuerst einmal:

Niemand wird von Oma und Opa verlangen, dem Enkelkind Taschengeld zu geben. Dafür sind in erster Linie die Eltern zuständig und das, was die Großeltern zusätzlich beisteuern, ist in der Regel eine nette Beigabe. Oft schenken sie zum Geburtstag oder zu Weihnachten zusätzlich zu einem kleinen Präsent Geld mit der Aussage, dass sich das Kind damit etwas kaufen soll, was es wirklich gern hätte. Immerhin lässt sich gerade bei älteren Enkelkindern nicht immer im Vorfeld herausfinden, was es sich aktuell wünscht bzw. welche speziellen Vorstellungen jeweils mit dem betreffenden Produkt verbunden sind.

Wenn Eltern und Großeltern aber miteinander übereinkommen, dass Oma und Opa dem Enkelkind Taschengeld zahlen, sollte auch ein Betrag vereinbart werden. Außerdem sollte dann Verlass auf die Zahlungen sein. Das heißt: Lieber weniger bezahlen und dafür regelmäßig! Oder die Geldgaben auf bestimmte Anlässe beschränken.

Wie viel Taschengeld sollte das Kind bekommen?

In Abstimmung mit den Eltern sollte ein Höchstbetrag festgelegt werden, den das Kind je nach Alter wöchentlich oder monatlich zur Verfügung bekommt. Dabei gilt bis zum Alter von neun Jahren, dass die wöchentliche Zahlung besser ist, weil die Kleinen einen derart langen Zeitraum wie einen Monat noch nicht überblicken können. Sie wären mit dem Einteilen des Geldes noch überfordert. Ein Kind unter sechs Jahren sollte nicht mehr als einen Euro pro Woche erhalten, dieser Betrag staffelt sich dann entsprechend des Alters auf bis zu drei Euro in der Woche mit neun Jahren.

Ab einem Alter von zehn Jahren (und damit vielerorts verbunden mit dem Wechsel von der Grund- auf die weiterführende Schule) steigt der Maximalbetrag auf bis zu 18 Euro im Monat. Jugendliche mit 14 Jahren sollten rund 30 Euro im Monat zur Verfügung haben, Jugendliche ab 18 Jahren hingegen zwischen 61 und 76 Euro monatlich bekommen.

Was darf das Kind mit dem Taschengeld kaufen?

Wichtig: Diesbezüglich sollten keine Vorgaben gemacht werden!
Das Geld ist nicht für Kleidung, Schulzeug oder ähnlich selbstverständliche Dinge, die in den Finanzbereich der Eltern fallen, vorgesehen.
Es dient vielmehr der Befriedigung persönlicher Bedürfnisse: Das Kind möchte ins Kind gehen, will sich eine CD oder ein Buch kaufen, ein neues Spiel auf das Smartphone laden etc.

Für selbstverständliche Ausgaben sind die Eltern zuständig! Demzufolge sollten dem Kind keine Vorschriften gemacht werden, auch wenn das Taschengeld scheinbar verschwendet wird. Es wird lernen, mit dem ihm zur Verfügung stehenden Betrag umzugehen und auf ein festes Ziel zu sparen.
Sicherlich braucht dazu ein Kind etwas länger als ein anderes, das eher vom Spatz in der Hand lebt. Das Kind muss aber die Gelegenheit bekommen, eigene Erfahrungen zu machen und sich notfalls auch zu ärgern, wenn es eine Sache aus Gründen fehlender Sparsamkeit nicht kaufen kann.

Welchen Zweck hat Taschengeld?

Taschengeld soll dem Kind ermöglichen, selbst für Dinge zu sparen und diese zu kaufen. Es lernt, mit einem ihm zur Verfügung stehenden Betrag zu wirtschaften, sodass das Taschengeld einen durchaus pädagogischen Nutzen hat.
Dabei sind die pädagogischen Ansätze durchaus unterschiedlich: Während in einigen Familien der ökonomische Umgang mit Geld gefördert wird, darf es in anderen auch ein wenig sorgloser zugehen.
In jedem Fall aber wird das Kind lernen, dass es sich manche Dinge eben nicht leisten kann und dass hier sparen oder ein Zuverdienst nötig sind.

Apropos Zuverdienst

Sollen Großeltern dem Kind Geld zahlen, wenn es bei bestimmten Arbeiten hilft?
Experten sind sich einig, dass ein Zuverdienst durchaus sinnvoll sein kann.
Studien zeigen, dass Jungs zum Beispiel für Verwandte den Rasen mähen, während Mädchen gern babysitten oder im Haushalt helfen, um etwas Geld zu bekommen. Selbstverständliche Tätigkeiten wie das Tischabräumen oder das Ausräumen der Spülmaschine sollten jedoch nicht bezahlt werden!

Mögliche Streitpunkte in der Familie

Nicht immer sind die Grenzen eindeutig und die Eltern sehen die Geldgeschenke der Großeltern als zu großzügig an.
Hier hilft ein klärendes Gespräch.
Das gilt auch, wenn die Enkel beginnen, sich das Geld einzufordern.
Wenn diese für jede kleine Hilfe eine Bezahlung wollen, ist die Sache mit dem Zuverdienst nicht durchdacht gewesen!
Insofern kann die regelmäßige Zuteilung von Taschengeld die sinnvollere Variante sein.
Vorsicht auch bei älteren Enkelkindern, die von ihren Eltern nicht jeden Wunsch bekommen: Nicht selten versuchen diese, Großeltern und Eltern gegeneinander auszuspielen und bekommen vom gutgläubigen Opa das Geld für eine Anschaffung, die sie sich nach dem Wunsch der Eltern selbst erarbeiten und zusammensparen sollten.
Dies wird zu Streitigkeiten und Unmut führen, es müssen klare Grenzen gesetzt werden.

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