Großeltern und Enkel leben weit voneinander entfernt
Großeltern und Enkel leben weit voneinander entfernt -> Impulse geben und regelmäßig Kontakt halten

Gastbeitrag von Anton

Anton ist der älteste Sohn von Opa

Ich lebe, wie in der heutigen Zeit viele Menschen, mehrere hundert Kilometer von meiner Heimat und meinen Eltern entfernt. Als wir vor Kurzem unseren ersten Sohn bekommen haben, wurde uns deutlich, wie sehr wir uns wünschen, dass der Großvater im Leben des Kleinen eine Rolle spielt. Nur wie stellt man das am besten an?

Generationswechsel – Früher nur Oma, heute genauso Opa

Als ich ein Kind war, habe ich immer meine Oma besucht – damals waren Kinder Frauensache, die Männer waren im Hintergrund, haben vielleicht den Videorecorder bedient.
Erst als meine Oma starb, entwickelte ich eine enge Beziehung mit meinem Opa, mit langen inspirierenden Gesprächen.
Ich wünsche mir daher, dass mein Sohn trotz der Distanz eine enge Beziehung mit seinen Großeltern aufbaut – und dazu gehört heute ganz selbstverständlich auch eine eigene Beziehung mit Opa.

Mit offenen Armen einladen, die Großvater-Rolle aktiv zu leben

Auch wenn Großeltern vermeintliche Profis mit Kindern sind (sie haben ja schließlich selber welche aufgezogen), ist es für frisch-gebackene Großeltern erstaunlich schwierig, sich in die Rolle einzuleben.

Viele sind unsicher und haben Angst, etwas falsch zu machen. Andere fühlen sich noch nicht “so alt”, dass sie Opa oder Oma genannt werden wollen.
Da hilft es als Eltern, wenn man die Großeltern früh einlädt, ihnen das Baby in die Hand drückt und signalisiert, dass sie nichts falsch machen können.
Und dass man Wertschätzung dafür zeigt, dass sich die Großeltern bemühen und engagieren.

Wenn der Weg zum Besuch weit ist, dann hilft es auch, wenn man als Eltern dafür sorgt, dass die Großeltern gut untergebracht sind (eine gemütliche, nicht zu teure Unterkunft, oder ein eigenes Gästezimmer falls verfügbar), und man anbietet sich an den Kosten beteiligt, um zu zeigen, dass einem viel an dem Besuch liegt.

Bei Startschwierigkeiten und Problemen helfen

Die Interaktion mit dem Enkel über die Distanz ist ungewohnt und kann schwierig sein.
Haben die Großeltern ein Smartphone, ist WhatsApp installiert, können sie mit Videotelefonie-Lösungen umgehen? (lese mehr hierzu in unserer Kategorie „Digitales Wissen für Senioren„)
Wir Eltern können vor allem dabei helfen, alles Nötige auf dem Smartphone oder Tablet einzurichten und Berührungsängste mit den neuen Lösungen abzubauen. Die ersten Male müssen wir die Großeltern vielleicht noch etwas dazu pushen, diese neuen Möglichkeiten zu nutzen – ihr werdet aber sehen, wie schnell sie sich mit diesen Dingen wohler fühlen und sie es genießen, so ihren Enkeln digital nah zu sein.

Impulse geben, regelmäßig Kontakt halten

Gerade über die Distanz fallen viele natürliche Formate (z.B. Sonntagskaffee mit der Familie, geht danach gemeinsam zum Spielplatz), aus oder fühlen sich digital nicht so authentisch an.

Daher ist es besonders wichtig, ab und zu neue Impulse zu geben – was kann man digital ausprobieren, welche anderen Arten gibt es, etwas virtuell miteinander zu machen – auch in der Kategorie Corona gibt es dazu viele Tipps, diese eignen sich auf als Impulse für die Eltern.

Auch wenn wir Eltern oft viel um die Ohren haben mit Beruf, Kind und Beziehung, zahlt es sich aus, wenn wir hier ab und zu die Initiative übernehmen und Vorschläge machen!

Nichts ersetzt das persönliche Treffen komplett

Das spüren wir alle in Corona-Zeiten besonders hart, wo wir teilweise Treffen und große Feiern absagen müssen, um die Großeltern nicht zu gefährden.

Umso wichtiger ist es, nach Wegen zu suchen, regelmäßige Besuche einzurichten – sie sind eine wichtige Basis dafür, dass Großeltern und Enkel sich nahe sind.

Am besten ist eine Kombination aus festen (meist jährlichen) “Traditionen” – das kann neben Weihnachten auch ein großes jährliches Familientreffen an einem wechselnden Ort sein – und kleineren gegenseitigen Besuchen über das Jahr verteilt.

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