27. März 2020

1. Stress abbauen für Oma und Opa

Stress abbauen
© grossvater.de – Stress abbauen in Coronazeiten

Der Mensch ist ein soziales Wesen, das heißt, er braucht zwingend den sozialen Kontakt zu anderen Menschen.

In Zeiten von Corona ist dies jedoch nicht möglich:
Virologen haben zum Social Distancing geraten, Politiker haben diesen Rat in Form von neuen Regelungen umgesetzt.
Derzeit gelten teilweise Ausgangssperren, die nur noch die Wege zu dringend nötigen Erledigungen offen lassen.
In anderen Gebieten Deutschlands gelten Ausgangsbeschränkungen, die zum Beispiel vorsehen, dass nur noch maximal zwei Personen miteinander unterwegs sein dürfen.

Öffentliche Orte sind gesperrt, dürfen nur noch auf dem Weg zu wichtigen Terminen oder Einkäufen überquert werden.

Andere Menschen zu umarmen und körperliche Nähe zu erleben, ist allerdings Grundlage für ein gesundes Seelenleben.

Vor allem Opa und Oma in Coronazeiten leiden jetzt:
Sie zählen auf der einen Seite zur Risikogruppe und sollen sich von ihren Enkelkindern fernhalten.
Auf der anderen Seite zählen sie noch nicht einmal zur Kernfamilie und wohnen nur selten im gleichen Haushalt wie die Enkel.

Sie dürfen daher streng genommen noch nicht einmal Kontakt zu diesen haben.

Virologen haben bereits davor gewarnt, dass das Social Distancing zwar dazu führen mag, dass sich Corona-Viren weniger stark verbreiten, dass jedoch die Zahl der psychisch Kranken zunehmen wird.

Menschen, die ohnehin schon zu depressiven Verstimmungen neigen, bekommen nun das volle Ausmaß des seelischen Stresses zu spüren.

Dass darunter auch das Immunsystem leidet und sich wiederum aufgrund dessen neue Erkrankungen einstellen können, bleibt bisher von der Politik unbeachtet.

2. So können Großeltern ihren Stress abbauen

Die Meldungen überschlagen sich und jeder hat eine neue Nachricht.

Du solltest dich daher darauf beschränken, einige wenige vertrauenswürdige Quellen herauszusuchen und nur auf deren Meldungen zu vertrauten.

Das Robert-Koch-Institut, die Weltgesundheitsorganisation oder die Europäische Kommission sowie der wöchentliche Podcast des Prof. Drosten der Berliner Charité sind zuverlässig.

Letztere meinte übrigens neulich erst: „Schlechte Meldungen verbreiten sich am besten“, und damit dürfte er recht haben.
Diese müssen längst nicht richtig sein, finden jedoch große Beachtung.

3. Stress abbauen – nutze unsere 10 Tipps

keine exzessive Mediennutzung, Einlegen von Nachrichten-Pausen

  • Tipp 1: keine exzessive Mediennutzung, Einlegen von Nachrichten-Pausen
  • Tipp 2: keine Konzentration auf die Dinge, die sich nicht ändern lassen
  • Tipp 3: auf sich selbst achten und geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen
  • Tipp 4: Eigene Routinen entwickeln
  • Tipp 5: Kontakt zu den Menschen im eigenen Umfeld halten
  • Tipp 6: bedenken, dass es sich nur um eine temporäre Maßnahme handelt
  • Tipp 7: Emotionen zulassen
  • Tipp 8: aktive Entspannung durch Meditation oder Yoga suchen
  • Tipp 9: Sport und Bewegung an der frischen Luft ist auch bei einer Ausgangsbeschränkung erlaubt
  • Tipp 10: rechtzeitig psychologische Hilfe in Anspruch nehmen

Das bedeutet, dass in Zeiten von Corona die soziale Nähe auf anderen Wegen gesucht werden muss.

Die moderne Technik bietet mit ihren vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten unterschiedliche Varianten:

Schicke Bilder und Texte via WhatsApp, telefoniere mit deinen Enkeln und nutze die Möglichkeit des Skypens. Hier erfahren Opa und Oma wie sie Skype einrichten und anmelden.

Außerdem gilt es, gute Momente einzufangen und von diesen zu zehren.

Der kleine Enkel hat gerade die ersten Schritte getan und Mama oder Papa hat das auf Video festgehalten?
Die Enkelin kann ein Schiffchen falten, nachdem sie das zusammen mit Opa per Videochat gelernt hat?
Ja, Opa hat sich dazu auf sein iPhone extra WhatsApp heruntergeladen und installiert.

Diese und ähnliche Situationen mögen normalerweise einfach so vorübergehen oder gar nicht weiter beachtet zu werden.

Doch jetzt lohnt es sich, sie immer wieder anzusehen und das Positive in all dem Negativen zu sehen.

Außerdem bleibt die Gewissheit:
Es gibt eine Zeit nach Corona!

4. Bleibe mit den Enkeln in Kontakt

Einige Möglichkeiten haben wir bereits genannt.
Es ist nun an der Zeit, öfter zu telefonieren oder als digitaler Opa die Videotelefonie verstärkt zu nutzen.
Vielleicht wird das ein Teil der täglichen Routine?

Morgens nach dem Frühstück ein Anruf bei den Enkeln:
Wie hast du geschlafen, hast du was Schönes geträumt?
Wie läuft es mit den Schulaufgaben oder was habt ihr heute vor?

Versuche, in den Alltag deines Enkelkindes integriert zu bleiben, auch wenn ihr euch derzeit nicht sehen könnt.

Besonders hart wird das für die Großeltern, die normalerweise einen engen Kontakt zu den Enkeln hatten.

Wer jedoch ohnehin nur der „Ferien-Opa“ war, wird die Zeit nun sicherlich leichter überstehen.

Um auch das „bewegte Kind“ zu sehen, ist die Videotelefonie unverzichtbar.


© grossvater.de – Kontakt zwischen Großeltern und Enkel in Coronazeiten

Natürlich kannst du auch Videos über WhatsApp verschicken oder selbst empfangen, das stellt eine sehr günstige Kommunikationsmöglichkeit dar.

Auch Facetime ist für alle Apple-Nutzer eine Möglichkeit, mit den Enkeln weiterhin in möglichst engem Kontakt zu bleiben.

Natürlich kannst du auch mal wieder einen Brief schreiben!
Die Post wird schließlich ausgetragen und die fleißigen Postboten und Postbotinnen tun ihr Möglichstes, um Briefe und Päckchen so schnell wie möglich zuzustellen.

Du kannst ein paar Kleinigkeiten mitschicken und deine Enkel mit ein paar Süßigkeiten oder kleinen Geschenken als Überraschung erfreuen.

Du kannst auch längere Briefe schreiben und das nutzen, um kleine Geschichten zu erzählen, die dein Enkel lesen kann.

Ist das Kind dazu noch nicht in der Lage, können Mama und Papa die Geschichten vielleicht als Gute-Nacht-Geschichten vorlesen.

5. Wer hilft im Notfall wirklich?

Notruf-Corona-Opa-Oma Stellt sich heraus, dass jemand wirklich gefährdet ist, hilft der Notruf:
Wenn du feststellst, dass deine Frau oder dein Mann unter ernsten psychischen Problemen leidet und du kannst nichts weiter tun, solltest du dich an den Notruf wenden.
Im schlimmsten Fall wird eine gefährdete Person ins Krankenhaus und dort auf die Psychiatrie gebracht.

Doch so weit wollen wir an dieser Stelle gar nicht gehen, denn für die meisten Großeltern ist es schon ein seelischer Notfall, wenn sie nicht wie gewohnt zu den Enkeln fahren oder diese zu ihnen zu Besuch kommen können.

Helfen Ablenkung und die elektronische Kommunikation nicht und die Sehnsucht bleibt bestehen, kann das zu einer tiefen Krise führen. Besser, du greifst hier vorher ein!

Psychologen arbeiten auch weiterhin und bieten Sprechstunden für Akutfälle an.

Meist reichen schon ein oder zwei Gespräche, um wieder das Positive im Leben erkennen zu können.
Und das sind eben die Enkel, die sich auf dich nach der Corona-Krise freuen!

Teilweise werden Psychiater auch Psychopharmaka verschreiben.

Stimmungsaufheller machen nicht direkt abhängig und können dazu beitragen, eine seelische Krise leichter zu überstehen.

Wer gläubig ist, findet Hilfe sicherlich auch im Gebet und kann die elektronischen Gottesdienste besuchen.

Diese werden seit der Schließung der Gotteshäuser von den Pfarrern der evangelischen und katholischen Kirchen angeboten.

Generell gilt aber:
Lass es nicht erst zu einer Krise oder einem Notfall kommen, sondern sprich vorher mit deiner Familie über deine Gefühle der Einsamkeit und Isolation, über deine Ängste und Sorgen.

Sie werden dir zuhören und dich aufbauen, gemeinsam übersteht ihr die kommenden Wochen!